Late Talker

Was versteht man unter Late Talker?

Als Late Talker bezeichnet man Kinder, die mit 2 Jahren einen Wortschatz (hierzu zählen auch Lautmalereien, wie „loloho“ für Telefon) von unter 50 Wörtern besitzen. Der zu diesem Zeitpunkt typische „Wortschatzspurt“ hat noch nicht eingesetzt.

Es ist unbedingt eine frühzeitige logopädische Therapie notwendig, da es bei einer Nichtbehandlung zu ausgeprägten Sprachentwicklungsverzögerungen kommen kann. Bei 50-75% der unbehandelten zweijährigen Kinder lässt sich mit drei Jahren eine ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung diagnostizieren. Aus diesem Grund sollte man Aussagen, wie „Das wird sich noch verwachsen“ kritisch betrachten.
50% der Late Talker haben diesen Rückstand mit zweieinhalb Jahren scheinbar aufgeholt. Man spricht hierbei von Late Bloomer („Spätblüher“). Dies ist häufig jedoch nur ein „scheinbares Aufholen“. Im weiteren Verlauf kommt es jedoch häufig zu Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung oder beim Schriftspracherwerb.

Woran erkennt man Late Talker?
  • Late Talker verfügen über einen unterdurchschnittlichen Wortschatz:
    weniger als 50 aktiv verwendete Wörter (mit 24 Monaten); weniger als 100 Wörter (mit 36 Monaten)
  • es wird kaum Spielverhalten gezeigt
  • Late Talker verständigen sich vor allem durch Gestik, Mimik und Laute als durch Wörter
  • mit 3 Jahren wird nur wenig, sehr undeutlich und schwer verständlich gesprochen
Wodurch kann ein verspätetes Sprechen auftreten?

Die Ursachen für den späten Sprechbeginn sind noch nicht geklärt. „Faulheit“ des Kindes, das familiäre Umfeld, das elterliche Erziehungsverhalten und Sprachvorbild werden jedoch nicht in Betracht gezogen. Es liegen ebenfalls keine medizinischen Ursachen (wie z.B. eine Hörbeeinträchtigung) vor.

Therapie / Beratung

Basierend auf einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen sowie auf standardisierten und informellen Diagnostikverfahren beraten wir Sie hinsichtlich Therapiebedarf und -ansätzen und sprechen unsere Empfehlung zum therapeutischen Vorgehen aus.

Des Weiteren geben wir Ihnen wichtige Tipps mit auf den Weg, mit welchen Möglichkeiten Sie den Therapieverlauf positiv beeinflussen können.
Jede Therapie wird individuell an die Wünsche und Ziele des Patienten orientiert gestaltet.

Wir unterliegen – wie alle anderen Heilberufe – einer strengen Schweigepflicht.
Mit Ihrem Einverständnis arbeiten wir mit Ärzten, Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen und Angehörigen zusammen. Ein ständiger Austausch ist Voraussetzung für eine gute Behandlung und schnelle Erfolge.

Auch Fallbesprechungen innerhalb unserer wöchentlichen Teamsitzung und fachliche Weiterbildungen im Rahmen von zahlreichen Fortbildungen garantieren eine hohe Qualität unserer Arbeit.