Poltern

Was ist Poltern?

Poltern ist eine Störung des Redeflusses. Es kommt hierbei zu einer unregelmäßigen, viel zu schnellen Sprechgeschwindigkeit und somit auch zu überhöhten Unflüssigkeiten, Silbenverschmelzungen, Sprach- und Sprechfehlern, phonologischen Fehlern sowie Aufmerksamkeitsproblemen.

Welche Symptome treten beim Poltern auf?

Die Unflüssigkeiten bei polternden Menschen unterscheiden sich qualitativ nicht von den physiologischen Unflüssigkeiten normalsprechender. Sie treten jedoch wesentlich häufiger auf.

  • erhöhte Sprechgeschwindigkeit und unorganisiertes Sprechen
  • nur minimale Pausen zwischen den Gedankeneinheiten
  • das Sprechen ist durch Unregelmäßigkeiten schwer verständlich und durch einen gestörten Sprechrhythmus gekennzeichnet
  • die Wort- / Satzanfänge sind ruckhaft und schnell
  • Sprechplanungs- und Formulierungsschwäche („nicht auf den Punkt kommen können“)
  • oft fehlerhafte Satzmuster und teilweise falsche Reihenfolge der Wörter im Satz
  • Hinzufügen von Lauten, Umstellungen und/oder Ersetzungen von Lauten und Silben im Wort, Auslassungen von Konsonanten oder Konsonantenverbindungen
  • typisch sind auch Lautverschmelzungen, z.B. „Hatür“ statt „Haustür“.
  • es werden oft (unbetonte) Silben verschluckt
  • Wiederholungen von Silben, Wörtern, Satzteilen
  • Wortfindungsstörung
  • erhöhter Anteil an physiologischen Unflüssigkeiten, wie Interjektionen (z.B. „ähm“) und Satzumstellungen
  • wenig Bewusstsein über Sprechtempo und Redefluss; diesbezüglich eingeschränkte Eigenwahrnehmung
  • Auffälligkeiten bei der Sprechatmung
  • kurze Aufmerksamkeitsspanne
  • es können Lernschwierigkeiten vorbekannt sein
  • der Betroffene hält lange Monologe; für den Gesprächspartner ist es dadurch schwer zu Wort zu kommen
Was ist die Ursache für das Poltern?

Es sind keine eindeutigen Ursachen des Polterns bekannt. Es gibt jedoch viele unterschiedliche Erklärungsversuche und Ansätze zur Ätiologie u. a.:

  • Poltern ist ein Ausdruck einer angeborenen oftmals vererbten Sprachschwäche mit besonderen Persönlichkeitsmerkmalen, Sprachentwicklungsdefiziten und musikalischer Minderbegabung (Luchsinger und Arnold 1959)
  • organische Ursachen mit einer hereditären Verursachungskomponente (Pascher und Bauer 1998)
  • Programmgestaltungsstörung, Serialitätsstörung und Entwicklungsstörung der Wahrnehmung zeitlicher Abfolgen (Meixner 1992)
  • neurophysiologische Ursachen, auffällige EEG Befunde bei vielen Polterern (Luchsinger und Landolt 1954 und Morávek und Langová 1962)
  • familiäre Belastung

(Quelle: Leitfaden Sprache-Sprechen-Stimme-Schlucken von Julia Siegmüller und Henrik Bartels (Hrsg.), Verlag: Urban & Fischer, 3. Auflage)

Therapie / Beratung

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